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Ángel Marcos - In Cuba #47


Edition - EIKON In Cuba #47

C-Print
50 x 60 cm, 2004
nummeriert und handsigniert
Auflage: 30 + III

Preis: bereits ausverkauft

Beschreibung

Das Kuba von heute ist ein Ort, in dem Erinnerung einen großen Stellenwert einnimmt. Diejenigen, die weggehen, verlassen den Ort ihrer Kindheit, ihrer Freunde, ihrer Familien und sie gehen weg, weil sie ihre Hoffnungen getäuscht sehen, ihre Zukunft gefährdet, weil sie Zeugen einer gestrandeten Politik wurden, die mit Bildern und Parolen Illusionen vorgaukelte und nichts davon einlöste, nichts davon der Bevölkerung brachte, außer Korruption und Armut.

So sieht es auch der 1955 in Valladolid in Spanien geborene Fotograf Ángel Marcos, und dennoch ist es nicht nur dieses Kuba, diese Stadt, dieses Szenario zwischen verspielter Vergangenheit und veruntreuter Zukunft, das sich in den großformatigen neuen Fotoarbeiten von Marcos widerspiegelt.

In den monumentalen Formaten seiner Fotografien greift der Künstler auf alte Ritualformen im Gebrauch der christlichen Religion zurück: das Triptychon gilt als die klassischste Form des Altars, der Tondo seit Michelangelo als die ausgewogenste, harmonischste Bildform, in der Ende und Anfang zueinander finden.

Àngel Marcos ist selbst der Interpret seiner Bilder. Er schildert mehr, als die bloße Erscheinungsform und er überprüft auf das Genaueste die Wahrnehmungsmodi des Rezipienten. In seinen Architekturfotos sind Zeichen und Chiffren integriert, sind Symbole aus der banalen Welt der Produktwerbung eingewoben, tauchen schemenhaft Parolen und Ikonen der politischen Propagandamaschinerie eines diktatorischen Regimes auf. Und doch – diese Zeichen und Bilder sind nicht Bestandteil der vom Fotografen gesehen Wirklichkeit, sondern Ergebnis eines subtilen Manipulationsprozesses. Gebäude, Wände, Nischen fungieren als Träger, als Folie für die kaum merkbar integrierten Inhalte einer Indoktrination, der sich Viele durch das bloße Ignorieren, andere durch das Weggehen entzogen haben, die jedoch in den dramatischen Auswirkungen auf menschliche Schicksale gleichsam an jeder Ecke präsent ist.

Zum Werk des Künstlers

„His pictures probe into the many contradictions of a country that is resolutely communist and fond of planning, but has, for the sake of pragmatism, recently embraced the ways and thinking of unfettered capitalism. […] And when he takes to the heights, Ángel masterfully allows us to imagine that the city is suffering, wounded, trespassed, bloodied and even quartered in its heart by the profusion of communication networks she herself has spawned.”
(
Agnés de Gouvion Saint-Cyr)

Lesen Sie mehr über den Künstler in EIKON #48-49, 2005, S. 26 - 33, Ángel Marcos, In Cuba (Autorin:Margit Zuckerriegl)