Eikon - Internationale Zeitschrift für Photographie und Medienkunst
D / E

EIKON ARCHIV & SONDERPUBLIKATIONEN

Sonderpublikationen
Sonderdrucke
weiter

Archiv
weiter

SUCHE im ARCHIV

Suche nach Autoren, Künstlern od. Artikeln

EIKON #124


EIKON #124

Künstler | Laia Abril | Kapwani Kiwanga | Bastian Schwind | Jirí Thýn | Andrea van der Straeten |


Daniel Blochwitz | Natalia Dobrocka | Pia Draskovits | Nela Eggenberger | Carla Susanne Erdmann | Verena Gamper | Peter Kunitzky | Helena Lang | Christina Natlacen | Margit Neuhold | ORLAN | Nicolas Oxen | Danièle Perrier | Veronika Rudorfer | Tina Schelle | Gudrun Sommer | Raimar Stange | Julia Stellmann


Sprachen | Deutsch / Englisch
Format | 280 x 210 mm
ISBN |  978-3-904083-17-1
96 Seiten

Preis: € 18,00 (inkl. 10% USt)

zur Online Bestellung >>>

Inhalt


PORTFOLIO

  Jiří Thýn | Natalia Dobrocka
  Andrea van der Straeten
| Verena Gamper
  Kapwani Kiwanga
| Danièle Perrier
  Laia Abril
| Pia Draskovits
  Bastian Schwind | Nicolas Oxen

PROJECTS

  Ein Jahrzehnt Blickle Raum Spiegelgasse | Tina Schelle

WERKPORTRAIT

Étude Documentaire: Le Drapé – Le Baroque, Skaï and Sky and Video| ORLAN

ARTS & STUDIES

  Anna Vasof | Gudrun Sommer

IM FOKUS: QUESTIONING QUEERNESS

Ein Gespräch mit Renate Bertlmann und Jürgen Klauke | Nela Eggenberger

AUSSTELLUNGEN

Flashes of Memory. Fotografie im Holocaust | Veronika Rudorfer
Cindy Sherman. Anti-Fashion | Carla Susanne Erdmann
Werner Bischof. Unseen Colour & Rosellina. Leben für die Fotografie | Daniel Blochwitz
Isaac Julien. What Freedom Is To Me | Julia Stellmann
Fokus! Jetzt! Maria Austria. Fotografin im Exil | Christina Natlacen
Candice Breitz. Whiteface | Raimar Stange

TERMINE

mit Lars Willumeit

COLLECTOR'S EDITION

Oliver Frank Chanarin. A Perfect Sentence

PUBLIKATIONEN

Jürgen Beck. Sun Breakers | Margit Neuhold
Hans-Michael Koetzle. Reden wir über Fotografie | Peter Kunitzky

Editorial

Zumindest in westlichen Demokratien scheint es, als seien fluide Identitäten inzwischen gesellschaftlich so weit akzeptiert, dass sogar Modeketten Anlässe wie den Pride Month kommerziell nutzen können; dass das Bewusstsein von der Konstruiertheit des sozialen Geschlechts letztendlich im Mainstream angekommen ist. Vorausgegangen ist dem freilich ein langer Prozess, an dem neben einer aktiven Subkultur nicht zuletzt auch Künstler:innen durch gezieltes Hinterfragen von Rollenstereotypen beteiligt waren. Die Fotografie nahm dabei, als Spiegel der – nun immer zweifelhafteren – Realität, stets eine tragende Rolle ein.

Mit „Questioning Queerness“, dem Motto des vorliegenden Heftschwerpunkts, wird anlässlich der Präsenz von LGBTQIA+ der Fokus auf die Befragung von Geschlechterkonstruktionen am Beispiel des OEuvres zweier Jubilar:innen gelegt, die dieser Thematik lange vor den heutigen Debatten nachgespürt haben: Renate Bertlmann und Jürgen Klauke, beide Jahrgang 1943, haben sich bereits vor ca. 50 Jahren eingehend mit sexueller Identität beschäftigt. Die Frühwerke der beiden visualisieren (selbst wenn die aktuell diskutierten Begrifflichkeiten noch lange nicht definiert waren) dabei viele der die heutige Gesellschaft umtreibenden Gedanken. So geht es bei Jürgen Klauke darum, „festgeschriebene geschlechtliche Identitäten aufzubrechen, um eine binäre Logik der Sexualität als unzulänglich zu entlarven und derart normative Idealbilder von Geschlechtlichkeit – ob in Bezug auf Männlichkeit oder Weiblichkeit – durch eine Anagrammatik des Körpers zu verunsichern“ (Elisabeth Bronfen). Bei Renate Bertlmann wiederum lassen sich dieselben Ambivalenzen im Akt des Umstülpens, wie er in ihren Latexarbeiten praktiziert wird, vielleicht am deutlichsten festmachen: Er zeigt, „dass Form und Inhalt identisch sind, oder umgekehrt: dass es diese Unterscheidung nicht gibt. […] Schnuller und Präservativ, Penis und Vagina sind lediglich vexierbildartige Ausformungen eines einzigen flexiblen Stoffes, einer weichen Haut“ (Katharina Sykora).

Anhand der Werke Bertlmanns und Klaukes lässt sich neben so vielem, was an dieser Stelle unerwähnt bleiben muss, vor allem auch erfahren, auf welche Art festgefahrene Klischees wahrscheinlich am besten aufgebrochen werden können: mit einer gewissen Leichtigkeit und Sinn für Humor.

Nela Eggenberger
für EIKON, November 2023

zur Online Bestellung >>>